Organkreisläufe

Hier stelle ich die Themen der einzelnen Organkreisläufe im Tibetan Pulsing vor. Diese werden an den Terminen der monatlichen Abendgruppe im Körper berührt und erfahrbar. Nach und nach erscheinen hier Texte zu allen 24 Organkreisläufen des Tibetischen Heilströmens. Es lohnt sich, immer einmal hineinzuschauen.

Bauchspeicheldrüse

In der Bauchspeicheldrüse geht es um die Süße des Lebens und uns mit Freude daran hinzugeben, uns selbst und die Erde ein Stück heiler zu machen.
Ist dieses Organ nicht ausgeglichen, neigen wir zu Sucht nach übertriebenen Genüssen: seien es Süßigkeiten, Alkohol, Arbeitswahn, andauernder Beschäftigungstrieb, Extremsportarten, Internet- und Handysucht… Ständig brauchen wir etwas, um uns gut fühlen. Wir tun alles, um der vermeintlichen Leere in uns auf gar keinen Fall zu begegnen.
Diese Süchte haben aber immer auch etwas mit unserer Suche nach uns selbst und der Sehnsucht nach Erfüllung zu tun. So groß der Drang nach Selbstzerstörung ist, so groß ist auf der anderen Seite auch die Fähigkeit zur Selbstheilung.
In tiefem Mitgefühl mit sich selbst lohnt es sich nach innen zu gehen in die Stille und diese zerstörerischen Schattenseiten voll und ganz anzunehmen als Teil unseres Selbsts. Was suche ich wirklich? Und was hält mich davon ab?

Zunge
Die Zunge ist neugierig, sie will frei und mutig alles erkunden, von der Welt kosten und ganz genau wissen, wie sie schmeckt.

Ist der Organkreislauf der Zunge gelöst, entfaltet sie einen unglaublichen Mut zur Wahrheit – die Wahrheit auszusprechen und Dinge beim Namen zu nennen.

Einem Schwert gleich möchte sie Verstrickungen trennen. Ist die Zunge gestärkt, ist die Kraft da, auch Unangenehmes zu sagen, was man lange heruntergeschluckt hat.
Im Organkreislauf Zunge stellt sich die Frage: Halte ich lieber den Mund und drücke alles nach unten in den Bauch oder bin ich mutig, für mich selbst einzustehen?

Die Schattenseite ist die „böse Zunge“ – Lust auf Klatsch, Tratsch, Lügen und üble Nachrede. Wenn man selbst unzufrieden ist, gönnt man es auch nicht den andern – Freunden, Kollegen oder Nachbarn. Auch die Hab-Gier, sich immer noch mehr und noch mehr einzuverleiben gehört dazu.

Magen
Im Organkreislauf des Magens geht es um unsere eigene Empfindsamkeit und die Wahrnehmung unserer Bedürfnisse, der körperlichen als auch der seelischen. Der Magen sehnt sich neben Essen und Sättigung auch nach tiefer Freundschaft, Romantik, Harmonie, Entspannung und Muße.

Es geht jedoch nicht darum, alle Bedürfnisse komme was wolle befriedigt zu bekommen, sondern erst einmal auch darum, die eigene Bedürftigkeit überhaupt zu fühlen und anzunehmen. Sich Bedürfnisse einzugestehen, macht auch verletzlich. Und man sieht dann auch: das was, so unstillbar und riesig erscheint, war nur so groß geworden, weil es nicht gefühlt war und dauerhaft unterdrückt.

Aus Angst vor diesen unbeherrschbar großen Bedürfnissen wollen wir daher unsere eigene Bedürftigkeit nicht zeigen. Durch Kontrolle und zwanghaftes Verhalten, durch minutiös geplante Tagesabläufe, kommt man auch gar nicht erst zum Fühlen, durch Kontrolle lässt sich die eigene Bedürftigkeit gut in Zaum halten und bezwingen. Vollstopfen mit Arbeit oder Essen, dauerhafte Geschäftigkeit und Pflichterfüllung, zwanghaftes Essen oder zwanghaftes Nicht-Essen geben uns das Gefühl, in unserem Leben überhaupt etwas im Griff zu haben, die eigene Bedürftigkeit richtig gut im Griff zu haben.

Der Weg aus diesem Teufelskreis ist nur über den Weg nach innen möglich – hin zu dem, wo wir verletzlich sind – über das Fühlen in der Entspannung – sich selbst erlauben, so zu sein, mit allem, was nun gerade in dem Moment da ist, ohne Bewertung. Es war schwer für mich zu merken, es passiert überhaupt nichts schlimmes beim Fühlen. Ich werde nicht überrannt, ich kriege mich gehalten, indem ich präsent bin.

Wohltuend für den Magen sind entspanntes Essen ohne Zeitdruck und Ablenkung und sich die Zeit nehmen für das Ausleben und Genießen von Freundschaft, die Gemeinschaft mit Freunden, wo man so sein darf, wie man ist und wo man über alles reden kann.

Leber

Im Organkreislauf der Leber geht es daraum, aus Erstarrung und Schuldgefühlen hin zu mehr Stabilität und Sicherheit zu finden. In Leber und Galle sitzen viel Ärger und Groll auf das Leben sowie das trotzige Festhalten an der Vergangenheit.

Sinnbild für einen geklärten Organkreislauf der Leber ist ein schützender, starker, kraftvoller Baum mit dichtem grünen Dach, der uns nährt und an dem wir uns sicher anlehnen können. Ist die Leber gesund, gibt sie uns ein Gefühl von Sicherheit, so wie ein Fels in der Brandung oder wie ein dicker Baumstamm im Sturm: „Komme was wolle, ich bleibe bestehen“! – Die Leber macht den Job, den jede Mutter aller Lebewesen tut. Sie lehrt uns, wie wir uns verhalten müssen, damit wir geschützt sind. Das gilt für alle Arten dieser Erde.

Als größtes inneres Organ in unserem Körper ist die Leber für die Entgiftung zuständig, sie kann viel aufnehmen und kompensieren bevor sie zusammenbricht.

Dünndarm

Im Dünndarm geht es um Bedürftigkeit und emotionale Geborgenheit. Das emotionale Manipulieren und Aussaugen ist die unerlöste Form der Dünndarm-Energie. Dies ist eine erlernte Strategie aus der Kindheit. Haben wir nicht genug bekommen an überlebensnotwendiger Nahrung und Geborgenheit, so lernen wir durch geschicktes emotionales Manipulieren, vielleicht doch noch von Mama und anderen Erwachsenen das zu bekommen, was uns ja tatsächlich auch als Geburtsrecht zusteht.

Daran ist nichts schlimmes, es geht für das Kind schließlich um das Überleben um jeden Preis. Wichtig ist jedoch, als Erwachsener sich dieser Strategien bewusst zu werden und jetzt als Erwachsener auf eine gesunde Art und Weise für sich zu sorgen und sich zu sättigen, ohne andere Menschen dafür auszunehmen.

Befrage dich selbst:
– Auf welchen Wegen bekomme ich das, was ich brauche?
– Ist es eine gesunde, erwachsene Art und Weise oder nehme ich mir die Dinge, Zuneigung hintenrum, z.B. in dem ich jemanden Schuldgefühle mache, durch Druck, durch Aggression, durch Pistole auf die Brust setzen, durch vorgespielte Hilflosigkeit (das arme Häschen), durch Liebesentzug …
– Kann ich direkt sagen und mitteilen, was ich brauche?
– Macht mich das, was ich bekomme, auch satt oder stopfe ich nur ein Loch in mir mit Ersatz-Nahrung, Ersatz-Zuneigung?
– Was macht mich wirklich richtig satt (welche Nahrung, welche Menschen, welche Tätigkeiten)?

Dickdarm

Der Dickdarm ist mit seinen vielen Nervenwindungen wie ein 2. Gehirn, das „Bauch Gehirn“. Wissenschaftler haben festgestellt, dass viel mehr Impulse aus dem Bauch kommen als wir bisher angenommen haben. Das bestätigt unser all bekanntes Bauchgefühl und die Intuition.

Wenn der Bauch mit etwas ganz und gar nicht einverstanden ist, grummelt er, drückt, zwickt und zwackt er, verstrickt und verwickelt sich, wird aufmüpfig und hält uns auf Trab – je nachdem, ob er sich für einen eher durchfälligen oder eher verstopfenden Stuhl entschieden hat oder uns mit Blähungen plagt.

Durch seine Lage beeinflusst der Dickdarm viele drumherum liegende Organe, empfängt auch deren Signale und stimmt sich mit ihnen ab. Er ist wie ein Dirigent der Taktgeber in einem großen Orchester: Er eckt nach oben rechts an Leber und Galle an, mittig kann er auch schon mal auf den Magen drücken, legt sich in einem großen Kreis um den Dünndarm herum, nach hinten grüßt er die Nieren und Nebennieren, wird links oben von Bauchspeicheldrüse und Milz berührt und ist auch der Gebärmutter und der Blase nicht fern.

Wie in jedem Orchester ist daher Kooperation und Angleichung ein großes Thema dieses Organkreislaufs, damit sich aus verschiedenen Tönen ein harmonisches Ganzes ergibt. Damit es dem Darm gut geht, ist es wichtig, sich im Rhythmus zu schwingen, den dir das Leben vorgibt und nach deinem Bauchgefühl zu handeln.

Beine

Im Organkreislauf der Beine geht es darum, sich in einer Welt voller Möglichkeiten zu entscheiden und das eigene Potential zu nutzen. Wer kennt nicht das Hadern und Zweifeln mit den eigenen Entscheidungen? Macht man endlich einen Schritt nach vorn, geht man danach wieder 10 Schritte zurück aus Angst oder Selbstsabotage. Hat man sich dann nun endlich für einen Weg entschieden, ist es auch wieder nicht recht und der andere Weg wäre doch viel besser gewesen – sagt der Kopf. Damit machen wir uns selbst ganz schön verrückt.

Manchmal ist es auch gar nicht wichtig, lange zu grübeln und herauszufinden, was denn jetzt nun der richtige Weg sei – die Energie und das Potential sind da und wollen einfach genutzt werden – jede der vielen Möglichkeiten ist richtig, Hauptsache wir beginnen mit überhaupt einer davon, alles weitere ergibt sich daraus.

Die Beine sind die stärksten und muskulösesten Bereiche unseres Körpers. Wer schon einmal im Fitness-Studio an der Beinpresse trainiert hat weiß, dass man auch als Anfänger gut das anderthalb bis zweifache des eigenen Gewichts stemmen kann!

Neben Kraft und Ausdauer stehen die Beine auch für Beharrlichkeit und Durchhaltevermögen, um den eigenen Weg mutig weiter zu gehen – ungeachtet der Fehltritte und Rückschläge, die zum Leben dazugehören. Wissen wir doch innerlich recht gut, was unsere wahren Herzenswünsche sind und wofür wir vorwärts gehen wollen.

Hinweis Corona/Covid-19

Meditation

Massage

Als Menschen sehnen wir uns danach, in unserem Wesen erfasst und berührt zu werden – ohne Bewertung und ohne etwas zu verändern, verbessern, optimieren zu müssen. Einfach Du selbst sein und lassen können – bei mir findest du Raum dafür.

Tibetan Pulsing

Tibetan Pulsing lässt sich in etwa mit Tibetischem Heilströmen übersetzen. Diese alte Form der Körperarbeit wurde von Shantam Dheeraj in den 1970er Jahren wieder entdeckt und entwickelte sie bei seinen Besuchen der spirituellen Lehrer in Tibet, China und Indien weiter.

Selbst-
erfahrung

Behandlungszeiten

Sitzungen sind individuell möglich, auch Sa/So.
Vereinbart einen Termin bei mir über das Kontaktformular oder telefonisch.

Behandlungsort

Sitzungen sind in Struppen oder in Dresden möglich:
- im Moksha, Arnoldstraße 16, 01307 Dresden
- im Osho Meditationszentrum, Grunaer Weg 27, 01277 Dresden

So erreichen Sie mich

Mail: info@getragensein.de
Tel.: 0157 – 53 45 38 61